Stellungnahme der Fanhilfe BFC Dynamo e.V. zu den Vorkommnissen rund um das Halbfinalspiel im Berliner Landespokal Sparta Lichtenberg gegen den BFC Dynamo und dem Polizeieinsatz vor und während des Spiels.
Veröffentlicht von C. Hoffmann · Dienstag 31 Mär 2026 · 4:45
Stellungnahme der Fanhilfe BFC Dynamo e.V. zu den Vorkommnissen rund um das Halbfinalspiel im Berliner Landespokal Sparta Lichtenberg gegen den BFC Dynamo und dem Polizeieinsatz vor und während des Spiels.
Die Fanhilfe kritisiert den Polizeieinsatz beim Halbfinalspiel des BFC Dynamo am letzten Sonntag mit aller Deutlichkeit. Was ein friedlicher Fußballnachmittag hätte werden sollen, lies ein aus unserer Sicht völlig unverhältnismäßiges und aggressives Vorgehen der Polizei massiv eskalieren.
Bereits beim gemeinsamen Marsch zum Paul Kalkbrenner Sportfeld traten einzelne Beamte mit einer aggressiven Grundhaltung gegenüber den Fans auf. Anstatt deeskalierend aufzutreten, wurde die Situation von Beginn an unnötig angespannt. Warum während des gesamten Marsches und des Spiels eine BFE behelmt mit komplett angezogener Montur, die Reizgascontainer griffbereit, direkt hinter dem Fanblock der BFC-Anhänger, in direkter Nachbarschaft zum einzigen Getränkestand in diesem Teil des Gästebereich positioniert wurde, ist nicht nachvollziehbar und war völlig unnötig. Eine Situation, welche von Fans in allen Stadien als provokativ wahrgenommen wird und nicht zur Beruhigung der Stimmung beitrug.
Als beim Ausgleichstreffer in der letzten Spielminute, welcher zur fast nicht mehr möglichen geglaubten Verlängerung führte, in der euphorischen Jubelsituation ein Zaun umkippte, der lediglich ein Personenleitgitter und kein stabiles Hamburger Gitter war, gelangten einige Fans zur Mannschaftsbank, die keine 10m entfernt war. Die in diesem Bereich tätigen Ordner und die Betreuer der Mannschaft reagierten sofort, um alle Beteiligten umgehend zurück hinter die Gitterlinie zu bringen. Obwohl es sich erkennbar um eine emotionale Reaktion der Fans handelte, wertete die Polizei dies als versuchten Platzsturm und ging daraufhin mit Gewalt gegen Fans und Betreuer vor. Selbst Spieler wurden von den Beamten bedrängt. Nur durch das Eingreifen des Sicherheitsbeauftragten und der Fanbetreuung konnte die Situation beruhigt werden.
Mit dem Führungstreffer des BFC eskalierte die Lage erneut. Nun jedoch nicht am Spielfeld, sondern am Zaun zur Fischerstraße. Dort hatten sich zahlreiche Fans und interessierte Nachbarn eingefunden, die auf Grund der Verhältnisse auf dem Gelände des Paul Kalkbrenner Sportfeldes, keine Eintrittskarten erwerben konnten, versammelt hatten. Insgesamt wurde spätestens hier klar, dass der Sportplatz in der Fischerstraße für ein derartiges Spiel weder in der Ausstattung noch der Größe für ein Halbfinale mit diesem Zuschaueraufkommen geeignet ist. Darauf wurde seitens der Fanhilfe und auch des BFC Dynamos mehrfach hingewiesen. Der Berliner Fußballverband und die Polizei hielten diese Bedenken im Vorfeld allerdings für unnötig.
Außerhalb der Sportanlagen wurden dann einige wenige Fackeln gezündet. Nach unseren Informationen setzte die Polizei – im Übrigen dieselbe BFE-Einheit, die bereits beim Hertha-Spiel im Januar durch ein eskalierendes Vorgehen aufgefallen ist – wiederholt und wahllos Pfefferspray vom Stadiongelände aus durch den Zaun gegen die Menschen auf der Fischerstraße ein, ohne Rücksicht auf unbeteiligte Personen. Diese Maßnahme heizte die Situation weiter an und führte zur Eskalation, in deren Verlauf von außerhalb der Sportanlage Böller auf das Gelände der Sportanlage geworfen wurden.
Wir verurteilen auf Schärfste jegliche Form von Pyrotechnik, die geeignet ist, die Gesundheit von Mensch zu gefährden und wünschen an dieser Stelle allen Betroffenen gute Besserung.
Uns stellt sich die Frage: Warum wurden Fans und Mitarbeiter der Fanbetreuung dem Reizgas ausgesetzt, obwohl deutlich zu erkennen war, dass von diesen alles unternommen wurde, die Situation zu deeskalieren und die Zuschauer zurück ans Spielfeld zu bringen?
Die Fanhilfe BFC Dynamo e.V. verurteilt jegliche Form von Gewalt und fordert einen fairen Umgang miteinander um Vorfälle von eskalierender Gewalt, wie sie in letzter Zeit in vielen Stadien beobachtet werden mussten, in Zukunft ausgeschlossen werden können.
Wenn sich von allen Seiten an die Absprachen, die im Vorfeld eines jeden Spiels getroffen werden, gehalten wird, sind Szenen wie bei diesem Pokalspiel ausgeschlossen.
Dies zeigt sich seit Jahren anlässlich der Heimspiele des BFC Dynamo, bei denen es auch auf Grund der funktionierenden Kommunikation zwischen den beteiligten Polizeikräften und dem Verein sowie dem konstruktiven Umgang miteinander, zu keinen gravierenden Vorkommnissen gekommen ist.
Die einseitige Aufkündigung der getroffenen Vereinbarungen durch einzelne Polizeieinheiten und anscheinend nicht gewollte Kommunikation von übergeordneten Führungskräften, gefährden den Weg, dass Fußballspiele ein sportliches Event in sicher Umgebung für alle Beteiligten sind.
Wir stellen daher klare Fragen an den Berliner Fußball-Verband: Warum wird ein Halbfinalspiel, bei dem im Vorfeld mit einer großen Anzahl von Fans zu rechnen war, auf einem Sportfeld ausgetragen, das offensichtlich nicht ausreichend Kapazität für ein solches Fanaufkommen und entsprechende Sicherheitseinrichtungen bietet? Warum wurde kein größeres oder ggfs. neutrales Stadion gewählt?
Dergleichen haben wir aber auch Fragen an die Medien, speziell den RBB, warum werden vor einer Berichterstattung nicht zunächst Informationen von allen Beteiligten eingeholt, anstatt ausschließlich der Darstellung der Polizei zu folgen? Warum wird in der Berichterstattung die Schuld pauschal den BFC-Fans unterstellt und Behauptungen als Tatsachen dargestellt?
Für uns steht fest: Dieser Einsatz war unverhältnismäßig und in seiner Art unnötig. Er hat das Sicherheitsgefühl vieler Fans massiv beschädigt, führte zu unnötigen Verletzungen und beeinträchtigt das Vertrauen in die Polizei nachhaltig. Wir fordern daher eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung der Ereignisse sowie eine klare Stellungnahme der Verantwortlichen. Sollte es gewünscht sein, werden auch wir als Fanhilfe aktiv an einer Aufarbeitung mitwirken.
C. Hoffmann
Die Fanhilfe kritisiert den Polizeieinsatz beim Halbfinalspiel des BFC Dynamo am letzten Sonntag mit aller Deutlichkeit. Was ein friedlicher Fußballnachmittag hätte werden sollen, lies ein aus unserer Sicht völlig unverhältnismäßiges und aggressives Vorgehen der Polizei massiv eskalieren.
Bereits beim gemeinsamen Marsch zum Paul Kalkbrenner Sportfeld traten einzelne Beamte mit einer aggressiven Grundhaltung gegenüber den Fans auf. Anstatt deeskalierend aufzutreten, wurde die Situation von Beginn an unnötig angespannt. Warum während des gesamten Marsches und des Spiels eine BFE behelmt mit komplett angezogener Montur, die Reizgascontainer griffbereit, direkt hinter dem Fanblock der BFC-Anhänger, in direkter Nachbarschaft zum einzigen Getränkestand in diesem Teil des Gästebereich positioniert wurde, ist nicht nachvollziehbar und war völlig unnötig. Eine Situation, welche von Fans in allen Stadien als provokativ wahrgenommen wird und nicht zur Beruhigung der Stimmung beitrug.
Als beim Ausgleichstreffer in der letzten Spielminute, welcher zur fast nicht mehr möglichen geglaubten Verlängerung führte, in der euphorischen Jubelsituation ein Zaun umkippte, der lediglich ein Personenleitgitter und kein stabiles Hamburger Gitter war, gelangten einige Fans zur Mannschaftsbank, die keine 10m entfernt war. Die in diesem Bereich tätigen Ordner und die Betreuer der Mannschaft reagierten sofort, um alle Beteiligten umgehend zurück hinter die Gitterlinie zu bringen. Obwohl es sich erkennbar um eine emotionale Reaktion der Fans handelte, wertete die Polizei dies als versuchten Platzsturm und ging daraufhin mit Gewalt gegen Fans und Betreuer vor. Selbst Spieler wurden von den Beamten bedrängt. Nur durch das Eingreifen des Sicherheitsbeauftragten und der Fanbetreuung konnte die Situation beruhigt werden.
Mit dem Führungstreffer des BFC eskalierte die Lage erneut. Nun jedoch nicht am Spielfeld, sondern am Zaun zur Fischerstraße. Dort hatten sich zahlreiche Fans und interessierte Nachbarn eingefunden, die auf Grund der Verhältnisse auf dem Gelände des Paul Kalkbrenner Sportfeldes, keine Eintrittskarten erwerben konnten, versammelt hatten. Insgesamt wurde spätestens hier klar, dass der Sportplatz in der Fischerstraße für ein derartiges Spiel weder in der Ausstattung noch der Größe für ein Halbfinale mit diesem Zuschaueraufkommen geeignet ist. Darauf wurde seitens der Fanhilfe und auch des BFC Dynamos mehrfach hingewiesen. Der Berliner Fußballverband und die Polizei hielten diese Bedenken im Vorfeld allerdings für unnötig.
Außerhalb der Sportanlagen wurden dann einige wenige Fackeln gezündet. Nach unseren Informationen setzte die Polizei – im Übrigen dieselbe BFE-Einheit, die bereits beim Hertha-Spiel im Januar durch ein eskalierendes Vorgehen aufgefallen ist – wiederholt und wahllos Pfefferspray vom Stadiongelände aus durch den Zaun gegen die Menschen auf der Fischerstraße ein, ohne Rücksicht auf unbeteiligte Personen. Diese Maßnahme heizte die Situation weiter an und führte zur Eskalation, in deren Verlauf von außerhalb der Sportanlage Böller auf das Gelände der Sportanlage geworfen wurden.
Wir verurteilen auf Schärfste jegliche Form von Pyrotechnik, die geeignet ist, die Gesundheit von Mensch zu gefährden und wünschen an dieser Stelle allen Betroffenen gute Besserung.
Uns stellt sich die Frage: Warum wurden Fans und Mitarbeiter der Fanbetreuung dem Reizgas ausgesetzt, obwohl deutlich zu erkennen war, dass von diesen alles unternommen wurde, die Situation zu deeskalieren und die Zuschauer zurück ans Spielfeld zu bringen?
Die Fanhilfe BFC Dynamo e.V. verurteilt jegliche Form von Gewalt und fordert einen fairen Umgang miteinander um Vorfälle von eskalierender Gewalt, wie sie in letzter Zeit in vielen Stadien beobachtet werden mussten, in Zukunft ausgeschlossen werden können.
Wenn sich von allen Seiten an die Absprachen, die im Vorfeld eines jeden Spiels getroffen werden, gehalten wird, sind Szenen wie bei diesem Pokalspiel ausgeschlossen.
Dies zeigt sich seit Jahren anlässlich der Heimspiele des BFC Dynamo, bei denen es auch auf Grund der funktionierenden Kommunikation zwischen den beteiligten Polizeikräften und dem Verein sowie dem konstruktiven Umgang miteinander, zu keinen gravierenden Vorkommnissen gekommen ist.
Die einseitige Aufkündigung der getroffenen Vereinbarungen durch einzelne Polizeieinheiten und anscheinend nicht gewollte Kommunikation von übergeordneten Führungskräften, gefährden den Weg, dass Fußballspiele ein sportliches Event in sicher Umgebung für alle Beteiligten sind.
Wir stellen daher klare Fragen an den Berliner Fußball-Verband: Warum wird ein Halbfinalspiel, bei dem im Vorfeld mit einer großen Anzahl von Fans zu rechnen war, auf einem Sportfeld ausgetragen, das offensichtlich nicht ausreichend Kapazität für ein solches Fanaufkommen und entsprechende Sicherheitseinrichtungen bietet? Warum wurde kein größeres oder ggfs. neutrales Stadion gewählt?
Dergleichen haben wir aber auch Fragen an die Medien, speziell den RBB, warum werden vor einer Berichterstattung nicht zunächst Informationen von allen Beteiligten eingeholt, anstatt ausschließlich der Darstellung der Polizei zu folgen? Warum wird in der Berichterstattung die Schuld pauschal den BFC-Fans unterstellt und Behauptungen als Tatsachen dargestellt?
Für uns steht fest: Dieser Einsatz war unverhältnismäßig und in seiner Art unnötig. Er hat das Sicherheitsgefühl vieler Fans massiv beschädigt, führte zu unnötigen Verletzungen und beeinträchtigt das Vertrauen in die Polizei nachhaltig. Wir fordern daher eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung der Ereignisse sowie eine klare Stellungnahme der Verantwortlichen. Sollte es gewünscht sein, werden auch wir als Fanhilfe aktiv an einer Aufarbeitung mitwirken.
C. Hoffmann
Fanhilfe BFC e.V.